Oberfranken Landkreis Bayreuth Neubürg Tourismuszentrale Fränkische Schweiz   A--       A++ Home   |   Kontakt   |   Anfahrt   |   Impressum
 

QUARTIERSUCHE IN WAISCHENFELD
 

ANREISE

NÄCHTE

KATEGORIE

 
Jeden Cent wert
 
Tourist-Info
700 Jahre Waischenfeld
Kultur & Brauchtum
Geschichte
  Berühmte Persönlichkeiten
  Prosa und Poesie
  Brauchtum
  Sagen
  Kriegsereignisse
  Älteste Urkunde
  Das Waischenfelder Wappen
  Geschichtliches "zur Post"
  Aktuelle Literatur
  Aufforstungen im 19. Jhd.
  Bieriges aus Waischenfeld
  Die drei Privilegien
  Ortsteile
Kirchen
Sehenswertes
Öffentliches Leben
Rathaus
Wirtschaft
Webcam
   

Die drei Waischenfelder Privilegien

Des Römischen Königs Ludtwich dryer Privilegien den Dorff Wischenueldt Statt und Marckh Recht.

Demnach bey dem Hochwürdigsten Fürsten und Herrn Herrn Phillip Valentin Bischoffen zu Bamberg Bürgermeister und Rath zu Wischenueldt unterthänig anbringen lassen, waß gestalt bey den für übergangenen schwedischen Krieg Ihre Privilegio verloren gangen, dahero unterthänig gebetten glaubwürdige Abschrift derselben aus dem fürstl. bambergischen archivo Ihnen zu ertheilen. Alßo hat sich befunden, daß vom König Ludwig glorwürdigen Andenckhens drey Conceßiones und begnadung vorhanden, wie in nachfolgenden Inhalt zu vernehmen.

1. Wier Ludwig von Gottes Gnaden Römischer König zu allen Zeiten mehrer des Reichs gethun kundt, daß wier durch besonderliche Lieb, Treu und Dienst des Edlen Mannes Conrad von Slüsselberg, das Dorff zu Wischenueldt ewiglichen freyen und in alle die Recht die zu der frey sollen gehören, verliehen und geben, noch all die freyung die unsere Vorfahren sel. Kayser und König der Statt zu Bamberg verliehen und geben haben an der freyung zu unverschaidentlich ohne alle.......

Wier thun auch den vorgenanten Conraden und seinen Erben die besondere Gnad, was in die unsere königlichen Diener sind die zu Wischenueldt fertichlich sich behausen wier noch keiner unser Ambtman mit den nicht sollen zu schaffen haben. Wier geben auch den vorgenanten Dorff alle das Markhrecht daß andern Märkten gewöhnlichen Rechtlichen geben ist. Und darüber zu Uhrkundt geben wier diesen brieff mit unsern königlichen Jnsigel versiegelt, der geben ist zu Lengenfeldt des Monaths nach St. Nicoley Tag, da man zelt von Christi Gebuhrt dreyzehn hundert Jahr, darnach in den fünfzehnten Jahr, in dem andern Jahr unsers Reichs.

2. Wier Ludwig von Gottes Gnaden Römischer König zu allen Zeiten, mehrer des Reichs Gebiethen und setzen mit Königlichen Gewalt, daß niemandt in einer halben Mail brait umbt den Marckh Wischenueldt den wier gefreyt haben und beyde, Statt Recht und Marckh Recht geben haben, alß an andern unser brieff und handtvesten sagent und geschrieben stehet nichts nit kauffe, den in vorgenanten Marckh wer auch das nit thut und seinen feilen Kauff in den vorgenanten Marckh nicht vertreibet, und vertreibet, der soll wissen, daß er unsern königliche Gewalt gekränkhet hat, und soll beyde uns, und den Edlen Mann Conraden von Schlüsselberg dem der offt genant Marckh angehöret, darum bessern, also dann unser königliche Gnad billich und Recht denckhet, und zu Uhrkund sogeben wir diesen brieff, mit unsern Jnsigel versiglet. Der ist geben zu Nürnberg, den Montag nach St. Agathen Tag, Anno Domini Tausent dreyhundert sechzehn, in dem andern Jahr unsers Reichs.

3. Wier Ludwig von Gottes Gnaden, Römischer König zu allen Zeiten, mehrer de Reichs etc. daß Wischenueldt der Marckh die Freyung die wir ihn vor etlich Jahren gethan haben völliglich und ohne Zerfall gebrauche, gebieten wir, und verbieten auch von unsern königlichen Gewalt, daß niemand in einer halben Meil darumb keinen feilen Kauff hat, noch treibe, were aber, daß wider unser Geboth thete und das überwinden würde, all so offt das geschehe so haben wir dem edlen Mann Conraden von Schlüsselberg unsern lieben getreuen oder wer dann daselbst Herr ist, ob der vorgenante Conrad nicht were, gewalt gegeben, den selben zu Pfenden für zehn Pfundt Heller. Darüber zu Uhrkundt geben wier in diesem brieff mit unsern Jnsigel versiglet, der geben ist zu Regensburg am freytag vor Dionysi Anno Domini dreyzehnhundert zwey und zwanzig in dem achten Jahr unsers Reichs.

Wie nun seine hochfürstl. Gnaden solche Abschrift undt Transumption auß dero fürstl. archivo gnädigst verwilliget, als ist solche nach fleissiger Collationie* und auscultirung* dan registrirten authentischen Inhalt, allerdings gleichlauthent befunden und gegenwertige Abschrift mit seiner hochfürstl.Gnaden Canzley Secret becräftiget worden, geben zu Bamberg den fünfzehnten Monathstag Octobris im taußend sechshundert sechs und sechzigsten Jahr.

*transumptio=Übertragung. Collatio = das Zusammentragen. auscultatio = Horchen, Zuhören. Aus einem Copialbuch von 1680 (angefangen) des Vogtes Hanns Jacob Grisinger. Übertragen von Reinhard Löwisch

       

 Stadt Waischenfeld, Marktplatz 1, 91344 Waischenfeld